Kennen Sie Marianna Martines? Haben Sie schon einmal den Namen Maria Theresia Paradis gehört? Welche zeitgenössische Komponistin fällt Ihnen spontan ein? Oder kennen Sie vielleicht eine Dirigentin?

Am 8.6. besuchten uns drei Künstlerinnen (Dr. Andrea Schwab, Eva-Maria Schmid, Asako Hosoki) vom Verein „Frauen komponieren“ und hielten einen zweistündigen Workshop zum Thema ab. Die beiden Sängerinnen und die Pianistin gaben gemeinsam einen musikalischen Eindruck historischer Werke weiblicher Komponistinnen.  

Frauen als Komponistinnen stellen in der Geschichte die absolute Ausnahme dar. Im 18. Jahrhundert war man der Ansicht, dass „man die musikalische Ausübung des weiblichen Geschlechts nur soweit fördern solle dass sie diese nicht von ihrer Berufung als Hausfrau und Mutter ablenke“[1]. Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) schrieb 1758: „Frauen besitzen weder künstlerische Sensibilität … noch Genie …“. Eine schwer sehbehinderte Virtuosin und Komponistin, Maria Theresia Paradis, bat ihre männlichen Kollegen indirekt um Verzeihung weil sie komponierte: „Würden es mir die männlichen Kunstgenossen verzeihen, wenn ich als Frauenzimmer – und sogar als geschichtsloses Frauenzimmer es wagte, mich mit ihnen zu messen.“ Welches Lebensgefühl müssen Frauen wohl empfunden haben, um so zu sprechen? Woher nahmen sie dennoch Motivation und Ansporn, bedeutende Werke zu schaffen, die auch vom damaligen Publikum äußerst positiv aufgenommen wurden?

Später konnten auch bekanntere Namen wie Fanny Hensel (geb. Mendelssohn), Clara Schumann und Alma Mahler kaum aus dem Schatten ihrer berühmten Männer bzw. Brüder treten, obwohl sie oft großen Anteil an deren Erfolg hatten. Durch die Hände Clara Schumann gingen beispielsweise viele Kompositionen ihrer Mannes Robert Schumann, der sie um Kommentare oder gar Verbesserungen bat. Gleichzeitig verbat er ihr aber während längerer Zeit nach ihrer Heirat musikalisch tätig zu sein.

Eva-Maria Schmid, eine Sängerin aus Oberösterreich berichtete am Ende des Workshops, dass die Situation weiblicher Musikerinnen und Komponistinnen auch in der Gegenwart alles andere als rosig sind. Man müsse hart arbeiten, selbstverständlich sehr gut musizieren oder singen können und sich vor allem gut verkaufen können.

Zum Schluss möchte ich noch dem Elternverein für die großartige Unterstützung bedanken und bei Beate Wallner der Koordinatorin von KulturKontakt Austria an unserer Schule!

Michael Rollenitz und die ME Gruppe der Klassen 7ac

 

[1] Vgl. Skriptum zum Workshop erstellt von Andrea Schwab, Verein Frauen komponieren 2017